Tante Canada: Erste Filmaufnahmen aus dem Lambarene der 1930er Jahre

Die ersten bekannten und frühesten Film-Aufnahmen aus Lambarene stammen - nach bisheriger Kenntnis - von der Schottin Lilian Russel und wurden in der ersten Hälfte der 1930er Jahre aufgenommen. Das Filmmaterial befand sich in sehr schlechtem Zustand und wurde mit großem Aufwand unter Anwendung moderner Digitaltechniken im Auftrag der AISL (Internationale Albert Schweitzer Vereinigung) restauriert. Sie geben einen direkten Einblick in das Lambarene dieser Zeit, wofür wir Lilian Russel sehr dankbar sind.

Die Schottin Lilian Marion Russell (*1875 + 1.10.1949) war zwischen 1927 und 1948 mehrere Male als Helferin in Lambarene. Sie unterstützte Albert Schweitzer bei der englischen Korrespondenz und übersetzte Schweitzers Bücher «Aus meinem afrikanischen Tagebuch» und «Die Weltanschauung der indischen Denker» ins Englische. 1934 wirkte sie als Dolmetscherin bei Albert Schweitzers deutsch gesprochenen Hibbert-Lectures an der Universität Oxford (Oktober) und Gifford-Lectures an der Universität Edinburgh (November) mit.

In Lambarene wurde sie von allen liebe- und respektvoll «Tante Canada» genannt. Während ihrer Aufenthalte in den 1930er Jahren filmte sie den Bau und das Leben im Albert-Schweitzer-Spital. Es entstanden einzigartige, authentische Filmaufnahmen, die das große Engagement des Menschenfreundes und Friedensnobelpreisträgers Albert Schweitzer zeigen.

Es handelt sich hierbei um die nach bisherigem Kenntnisstand frühesten Film-Aufnahmen aus Lambarene.

Lilian Russels Filmaufnahmen finden sich unter dem Titel „Aus dem Urwaldspital von Dr. Albert Schweitzer in Lambarene (1935)“ als Extra auf der DVD. DVD hier bestellen.